LebensWert

beruflich erfolgreich und persönlich im Gleichgewicht

Ein Anbieter ist ein Anbieter

| 7 Kommentare

…weil er etwas anbietet!

Das heißt: Der Anbieter macht den ersten Schritt. Er gibt die Vorlage. Der Verbraucher schaut dann, ob er das brauchen kann – positioniert sich also dazu.

Die erste Aktion, das Angebot, kommt also vom Anbieter. Was aber nun, wenn der Anbieter kein Angebot macht? – Dann hat der Verbraucher nichts, wozu er sich positionieren kann! Er hat nichts, das er prüfen könnte, ob er es braucht, möchte oder will.

Ähnlich wie “nichts” ist “nichts Konkretes”. “Ich biete Ihnen Dienstleistungen aller Art”, las ich neulich in einer Zeitungsannonce. Wie soll ich das brauchen? Das ist so vage, daß ich beim In-mich-hinein-horchen nur höre: “Oooch, das ist mir jetzt zuviel. Zu anstrengend darüber nachzudenken.” – Ganz abgesehen davon, daß ich dem Anbieter nicht glaube, daß er Dienstleistungen aller Art anbietet: von der Finanzberatung über das Rasenmähen bis zur Prostitution? – Ein bißchen konkreter darf es schon sein!

Wie konkret sollte es sein? – Konkret genug, daß damit beim potentiellen Kunden eine konkrete Vorstellung, ein Bild, entstehen kann. Keine Angst davor, daß Sie zu konkret werden! In der Regel fragen die Ver-Braucher schon nach, ob Sie auch diesen oder jenen Randbereich mit bedienen,ob Sie Ihr Angebot auch modifizieren.

Wer sich jetzt fragt, wie ich heute, am Sonntag, auf dieses Thema komme: Roland Kopp-Wichmann fragt heute in seinem Blog seine Leser, was Sie von ihm lesen wollen. Erst war ich von der Frage irritiert und dann dachte ich: Wieso soll ich hier die Arbeit machen? Soll er doch einfach schreiben und wenn es mich interessiert, lese ich, ansonsten nicht. So wichtig oder gar knapp sind die Blog-Beiträge anderer Blogs nicht, daß ich dafür länger nachdenken oder gar mitgestalten möchte. Ich greife aus der Fülle der Angebote das heraus, was mir zusagt, was mich anspringt. Ich konsumiere.

Und ich glaube, daß ich mich da ähnlich verhalte, wie auch andere Kunden, auf einem Markt mit einem reichhaltigen Angebot. – Die wollen nicht erst lange darüber nachdenken, was für einen Schrank sie möchten. Die möchten Schränke sehen! – Wenn damit die Ideen geliefert wurden, wünschen sie vielleicht Modifikationen. Aber: Die Vorlagen muß der Anbieter liefern. Er muß etwas anbieten!

Wie sehen Sie das?

Autor: THL

Thomas H. Lemke berät und coacht in Dresden zu beruflichem Erfolg und persönlicher Entwicklung. Schwerpunkte seiner Arbeit: Coaching für den Berufserfolg, GesprächsCoaching, Männerberatung, UnternehmensAufstellungen.

7 Kommentare

  1. Na, Herr Lemke,
    da sind Sie aber ein bisschen streng. Für mich ist das angewandte Marktforschung.

  2. Das habe ich bisher als Anbieter auch so gesehen. Nun stelle ich fest, daß es für mich aus Verbrauchersicht anders aussieht.
    Tja – sollte man da nun etwas ändern???

    Mich würde sehr interessieren, wie andere Leser das sehen und wie das Echo auf Ihre Anfrage ist.

  3. Hallo,
    ich denke, das ist wie die Frage nach der Biene und der Blume: “Ist die Blume so schön, weil Bienen sie suchen? Oder gibt es so viele Bienen, weil es so viele Blumen gibt?”

    Wir können über etwas schreiben, was uns bewegt und dann feststellen, dass auch andere Menschen daran Interesse finden. Oder wir schreiben, wovon wir wissen, dass es andere Menschen interessiert. Beides ist ok.

    Wurde der “Deichgraf” geschrieben, weil Menschen gesagt haben, dass sie so etwas lesen wollen? Warum sind Romane von Rosamunde Pilcher eben “Pilcher”?

    Glück auf!

  4. Antwort auf Ihre Frage:
    Meinen Beitrag habe ich am 3.2. geschrieben.Jetzt nach zehn Tagen sind bereits vier Kommentare mit sehr guten Anregungen geschrieben worden.
    Gruß
    R. Kopp-Wichmann

  5. Danke! – Dann hat sich das Fragen ja gelohnt.

  6. Hmm, Herr Lemke,

    das, was Sie zitieren – “Dienstleistungen aller Art” – ist tatsächlich zum Lachen, weil absolut nichtssagend. Aber damit haben diese Blogs ja nun nichts zu tun. Hier geht es ja nicht um einen Waren-Bauchladen, sondern um das eingegrenzte Thema Psychologie.

    Außerdem: Herr Kopp-Wichmann macht doch ein Angebot: Er bietet uns an, ein weiteres Angebot zu machen. :-)Okay, ich kann mir vorstellen, dass Sie über diese verkürzte Darstellung lachen werden, aber da Sie selbst Dienstleister sind: Interessieren Sie sich nicht für die Bedürfnisse Ihrer Kunden?

    Sicher doch, aber vielleicht haben Sie eine eingegrenztere Zielgruppe? Eben jene “faulen” Kunden, die glücklich über Fertigvorlagen und Schrankmuster sind, aus dem Katalog bestellen, selbst keine eigenen Vorstellungen mitbringen und sich diese Mühe auch gar nicht machen wollen. Das ist völlig okay. Aber es gibt auch andere “Kunden”.

  7. @Ute
    Warum sollte ich über Ihre Darstellung lachen?
    Der Beitrag von Herrn Kopp-Wichmann hat mich angeregt, über das Thema nachzudenken und ich habe meine Leser hier dazu eingeladen, mitzumachen.
    Da ist jede Meinung willkommen!
    Meine ersten affektiven Reaktionen auf Herrn Kopp-Wichmanns Anliegen habe ich ja geschildert. Die nehme ich ernst, ohne sie überzubewerten oder gar zu sagen, ich würde niemals ähnliche Fragen stellen. Erst recht sage ich damit nichts über meine Kunden.
    Nehmen Sie meinen Beitrag als Angebot, über Herrn Kopp-Wichmanns Angebot und Ähnliches nachzudenken, Vergleiche zu Ihrem eigenen Geschäft zu ziehen oder Verschiedheiten zu entdecken. Vielleicht ergeben sich ja daraus neue Ideen für eigene Angebote oder Aktionen?

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