LebensWert

PersönlichkeitsEntWicklung

Krokodil oder Mensch?

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Jetzt geht es hier weiter. Frau Dr. Prekop ist wieder zu Haus in Lindau. Ihre Vortrags-Tour durch Sachsen ging am Dienstag mit Veranstaltungen für das Familiennetzwerk und die Frühförderstelle in Hoyerswerda zu Ende (Foto: im neueröffneten Kinderhaus in Annaberg-Buchholz).

Als ihr Begleiter hatte ich Gelegenheit, sie in den fünf Tagen ihrer Reise vor verschiedenem Publikum zu erleben. Erstaunlich, wie diese Frau mit fast 80 Jahren noch voller Energie in der Welt herumreist, um die Festhaltetherapie, ihr Konzept zur Erneuerung von Bindung, bekanntzumachen.
Jirina Prekop
Dass wir Menschen (Ver-)Bindung brauchen, um gut gedeihen zu können, ist aus der Bindungsforschung bekannt, daß Bindungsabbrüche im Kindesalter bis ins Erwachsenenalter hinein wirken, auch.

Da ich weniger mit Kindern arbeite, hat mich an Frau Dr. Prekops Vorträgen mehr interessiert, was zwischen Erwachsenen getan werden kann, um Bindung und verläßliche Beziehungen erfolgreich zu gestalten. Wichtigster Bestandteil scheint mir zu sein: Störungen in der Beziehung anzusprechen, zu konfrontieren, anstatt wegzulaufen oder die ganze Beziehung in Frage zu stellen.

Konkret in Partnerschaft also: Wenn meine Partnerin etwas tut, was mich aufregt, dieses weder einfach hinzunehmen und so zu tun als wäre nichts, noch einen Wutausbruch zu zelebrieren und dann davonzulaufen. Stattdessen: Ihr mitzuteilen, was ihr Verhalten in dieser Situation bei mir bewirkt – auch durchaus mit der entsprechenden emotionalen Energie – und dazubleiben.

Das unterscheidet sich wesentlich von dem, was so an Beziehungsgestaltung üblich ist. Wie oft reagieren wir oder die Menschen in unserer Umwelt, wie Krokodile, aus dem Reptiliengehirn heraus? – Erfolgt eine Beziehungsstörung oder tritt uns jemand auf die Füße: Kampf oder Flucht! – Machmal beides: Anschreien (mit Schuldzuweisungen: „DU…“) und dann davonlaufen. – Und der andere steht da und weiß gar nicht, wie ihm widerfährt!

Da ist: Dableiben, Störung ausdrücken und klären. – schon etwas anderes.

Und obwohl Frau Dr. Prekop vor allem über die Gestaltung unserer engsten Beziehungen sprach, den Beziehungen zu Partnern, Eltern und Kindern, meine ich: Ansatzweise geht das auch in geschäftlichen Beziehungen: Wenn der langjährige Lieferant sein Geschäft umbaut und ich nicht mehr mit ihm zufrieden bin, kann ich:

  1. hinter seinem Rücken rummeckern
  2. einfach wegbleiben und mir einen anderen Lieferanten suchen
  3. offen ansprechen, was mich stört, sagen was ich mir wünsche und mit ihm gemeinsam schauen, wie wir zusammenbleiben könnten

Wenn mir an der Gestaltung verläßlicher Beziehungen liegt, würde ich die dritte Möglichkeit wählen…

Autor: THL

Thomas H. Lemke berät und coacht in Dresden und Leipzig zu beruflichem Erfolg und persönlicher Entwicklung. Schwerpunkte seiner Arbeit: Coaching für den Berufserfolg, GesprächsCoaching, Männerberatung, UnternehmensAufstellungen.

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