LebensWert

beruflich erfolgreich und persönlich im Gleichgewicht

Die richtige Sprache finden. – Wer soll mich verstehen – Kunden oder Kollegen?

| 2 Kommentare

Auf die Frage, warum er seinen Firmenprospekt in Fachchinesisch schreiben ließ, statt in Deutsch, antwortet der Chef: „Wenn ich schreibe: Mit der neuen Heizung fühlen sie sich noch wohler. – lachen mich die Kollegen doch aus! Das ist doch völlig unfachmännisch. Die Leute denken ja, ich hätte keine Ahnung. Dann kaufen die doch nicht bei mir!“

Haben sie den Trugschluß bemerkt? Aus „Kollegen“ werden „Leute“ und daraus die Kunden. Dieser oder ähnliche Denkfehler geschehen oft, gerade frischgebackenen Unternehmern oder Selbständigen. Man freut sich, endlich ein richtiger Handwerksmeister, Berater oder niedergelassener Therapeut zu sein, ist stolz, daß man es nun in diesen honorigen Kreis geschafft hat und will zeigen, daß man es wert ist, dazuzugehören. Und schon schreibt man Firmenprospekte nicht mit dem inneren Fokus auf die potientiellen Kunden, sondern auf die Kollegen. Oder man spricht mit seinen Kunden so, als wolle man beweisen, was für ein guter Fachmann man ist, statt den Nutzen der eigenen Leistung zu kommunizieren.

Also: Augen auf! – Behalten sie im Blick, wer ihre Kunden sind. Hören sie hin, wie diese sprechen und fühlen und stellen sie sich darauf ein!
Bei einem Fachvortrag vor der Innungsversammlung sind ihre „Kunden“ die Fachleute. Da kann Fachchinesisch die richtige Sprache sein. In ihrem Tagesgeschäft dagegen ist die Umgangssprache ihrer Kunden meist Deutsch.

Wem wollen sie etwas verkaufen – ihren Kollegen oder ihren Kunden?

PS: Von Kunden kann man immer wieder lernen: Ich war sehr erstaunt, als eine potentielle Kundin mich neulich fragte, was denn eigentlich ein Coach sei. 🙂

Autor: THL

Thomas H. Lemke berät und coacht in Dresden und Leipzig zu beruflichem Erfolg und persönlicher Entwicklung. Schwerpunkte seiner Arbeit: Coaching für den Berufserfolg, GesprächsCoaching, Männerberatung, UnternehmensAufstellungen.

2 Kommentare

  1. Ich habe bereits vor vielen Jahren bei meinem Vater lernen dürfen: „Bei Briefen und allen anderen Werbematerialien erreichst Du Deine Kunden am besten, wenn Deine Sprachanspruch genau eine Stufe tiefer liegt als der Deiner Zielgruppe. Denn dann nimmt sie es als angenehm war.“

    Also nicht die Sprache der Zielgruppe, sondern gerade noch ein Stück einfacher. Das fällt aber nicht immer leicht, denn wir haben unsere Fachsprache doch alle lieb, oder? 😉

  2. Wenn wir die Stufe unter dem Sprachanspruch unserer Kunden anpeilen, sollten wir es doch wenigstens bis zur Sprache unserer Kunden schaffen – oder?

    Nach meiner Erfahrung gelingt das leichter, wenn man wenigstens an die Kunden denkt und eben nicht nur an die vielgeschätzten Kollegen, beim texten.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.