LebensWert

beruflich erfolgreich und persönlich im Gleichgewicht

Honorar kalkulieren für Therapeuten und Berater

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„Wie hoch muß mein Stundensatz sein, damit ich soviel Geld für mich übrig habe, wie ich brauche?“
Das war die meistgestellte Frage beim Weiterbildungsworkshop für Therapeuten gestern in Goßberg.
Viele Teilnehmer waren sehr erstaunt, wie wenig vom Geld der Klienten letztendlich als Netto-Honorar übrigbleibt.
Erstaunlich, wie wenig beraterisch oder therapeutisch Tätige sich mit der finanziellen Seite ihrer Arbeit beschäftigen. Liegt das vielleicht daran, daß sie ihre Arbeit weniger als Geschäft begreifen als andere Selbständige und Freiberufler?

Es geht um Nachhaltigkeit

Daß man die eigene gute Leistung auf Dauer nur dann anderen zugänglich machen kann, wenn dadurch der eigene Lebensunterhalt ordentlich gedeckt ist., leuchtete den Teilnehmern dann jedoch ein.
Auf einmal wurde das Wort „Gewinn“ nicht mehr verknüpft mit „Wucher“ und „Schaden für andere“, sondern mit „Grundlage für nachhaltiges Arbeiten“.

Damit war dann auch der Zugang zu den weiteren Themen das Tages (Marketing und Positionierung) geöffnet…

Die Zahlen

Wer es übrigens genau wissen will: Im Schnitt kam für die Anwesenden heraus, daß nur etwa 30 – 40 % des Honorars netto beim Therapeuten ankommen – ohne Berücksichtigung der Umsatzsteuer und bei voller Auslastung. Dieser Wert ist natürlich sehr von den persönlichen Verhältnissen abhängig.
Schon bei einem gewünschten Nettoverdienst von 1500 Euro im Monat müssen dabei pro Arbeitstag (nach Abzug von Urlaub, Feiertagen, Krankheit und Zeit um den Geschäftsbetrieb zu organisieren – 15 Tage pro Monat) am Tag 250 Euro erwirtschaftet werden. Wer also einen Tages-Workshop mit einem Tag Vor- und Nachbereitungszeit anbietet, muß so 750,- plus ggf. Umsatzsteuer in Rechnung stellen.

So konkret wie möglich

Achtung! – Die Zahlen sind natürlich nur als gröbste Pi-mal-Daumen-Regel zu sehen. Je nach Aufbau des eigenen Geschäftsbetriebes und den persönlichen Verhältnissen können bei genauer Rechnung sehr verschiedene Ergebnisse herauskommen.

Auch mit 1500,- Euro Nettoverdienst kann Mancher sicherlich nicht leben. Unter Therapeuten und Selbständigen aus dem Sozialbereich begegnen mir jedoch oft Menschen, die viel zu knapp oder besser gar nicht kalkulieren und kaum netto und brutto unterscheiden. Da erscheinen 750,- Euro für ein Tagesseminar als horrende Summe.

Deswegen: Falls Sie es noch nicht oder lange nicht mehr getan haben: Rechnen Sie Ihr Honorar einmal genau durch! Ihr schlechtes Gewissen, mehr Geld zu nehmen, wird sich enorm reduzieren!

PS: Über die Orientierung am Marktpreis und die Kalkulation über den Nutzen für den Kunden/Klienten habe wir beim Workshop natürlich auch gesprochen.

Autor: THL

Thomas H. Lemke berät und coacht in Dresden und Leipzig zu beruflichem Erfolg und persönlicher Entwicklung. Schwerpunkte seiner Arbeit: Coaching für den Berufserfolg, GesprächsCoaching, Männerberatung, UnternehmensAufstellungen.

3 Kommentare

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  2. Hi Thomas,
    Schlüsselsatz an anderer Stelle war für mich „Nachhaltig wirtschaften heißt, klar gesprochen, nicht pleite gehen“!
    Ich habe – auch mit Nachwirkungen unseres Treffens – ein Excel-Blatt für
    mich entwickelt, in dem ich eintrage, was ich (in Kategorien aufgeteilt – am
    Tag so gemacht habe und was ich eingenommen habe. So sehe ich, was ich an berechneter Arbeitszeit, an Verwaltung oder was für Familie und
    Körper/Geist/Seele gemacht habe.
    Dazu noch Eingabe der Einnahmen, hochgerechnet auf eine 40h-Woche u.s.w.
    Erschreckend, wie niedrig mein Stundenlohn ist.
    Ist für mich eine gute Kontrolle. Auch, um den Bereich Körper/Geist/Seele, also andere Säulen des Lebens, nicht zu vernachlässigen. Ich kann so sehen, nicht unter 20 Minuten Sport, Meditation oder Yoga pro Kalendertag zu kommen.
    Diese Tabelle stelle ich gerne als Anregung für Andere zur Verfügung, um sich selbst kontrollieren können.

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