LebensWert

PersönlichkeitsEntWicklung

Im Interview: Ralf Büttner – Bogenschule Dresden

| Keine Kommentare

Wer Berufung und Beruf zusammenbringt, erlebt Erfüllung und mobilisiert ungeahnte Energiereserven. Hier werden in loser Folge Menschen vorgestellt, die sich zum Teil trotz Widrigkeiten beruflich so (um-) orientiert haben, daß sie jetzt zu ihrem Beruf laut und deutlich „JA“ sagen können.

Heute im Interview:
Ralf Büttner von der Bogenschule Dresden
www.bogenschule-dresden.de

THL: „Ralf, Bogenbauen und Bogenschießen ist für Dich nicht nur Hobby, sondern auch Profession. Wie kam es dazu?“

Ralf Büttner: „Eigentlich ganz einfach: das Hobby wurde innerhalb der letzten Jahre durch eine immer intensivere Beschäftigung in der Freizeit allmählich zum Hauptinhalt meines Lebens. So bin ich regelrecht in eine Situation hineingewachsen, in der schließlich eine Entscheidung fällig war, die mein ganzes Leben betraf: ich habe mich selbständig gemacht und die Bogenschule Dresden gegründet. Grundlage für diese Entwicklung ist aber, daß ich von jeher vom Bogenschießen fasziniert war. Dazu gehörte natürlich das Bogenbauen, denn das war die einfachste Möglichkeit, um an einen eigenen Bogen zu kommen. Das Wissen, wie man einen effektiven und haltbaren Bogen und gute Pfeile anfertigt, habe ich mir erst viel später selbst angeeignet.
Durch die Gründung der Bogenschule Dresden habe ich einen Weg betreten, der für mich eine große Herausforderung darstellt. Hier verbinden sich meine wichtigsten Interessen und Fähigkeiten zu einem Ganzen, ich lerne ständig dazu und habe dabei viel mit Menschen zu tun.“

THL: „Wie schaffst Du es, daß Menschen zu Dir kommen und Deine Angebote nachfragen?“

Ralf Büttner: „Neben der Nutzung von Zeitung, Webauftritt und Flyer spielen vor allem persönliche Kontakte, die im Laufe der Zeit zu einem immer größeren Netzwerk heranwachsen, eine wichtige Rolle. Vor allem aber lege ich großen Wert auf die Qualität meiner Arbeit, die gleichermaßen die Art des Umgangs mit Menschen und die Sachkenntnis betrifft. Beides erfordert ständiges Lernen und Wachsein meinerseits, was mir Quell großer Freude ist. Ich hoffe und glaube, daß dies zu den Menschen rüberkomt, die mit mir zu tun haben. Wenn sie es dann weitertragen, ist dies für mich die nachhaltigste und ehrlichste Form der Werbung.“

THL: „Was suchen die Leute bei Dir und was haben Sie davon, an Deinen Kursen teilzunehmen?“

Ralf Büttner: „Das ist ganz unterschiedlich: viele suchen fachliche Anleitung, meistens, um erst einmal den Einstieg ins Bogenschießen oder Bogenbauen zu finden, manchmal auch, um ihre Schießtechnik weiterentwickeln zu können. Für einige ist es einfach der Rahmen, sich gemeinsam mit anderen Menschen diesem schönen Sport bzw. Handwerk zu widmen.
Neben der Freude, die damit verbunden ist, können sie dabei sehr viele Dinge gewinnen, so etwa die Schulung der Grob- und Feinmotorik sowie der Koordination, die Steigerung der Konzentration, die Stärkung der Willenskraft, die Kräftigung der Muskeln und die Verbesserung der Haltung, die Beschäftigung mit dem eigenen Geist, das Erlernen handwerklicher Fähigkeiten und das Verstehen sowie die Anwendung physikalischer Zusammenhänge. Bei Kindern kommt auch noch das Erlernen sozialer Verhaltensweisen hinzu.“

THL: „Was ist bei Dir anders, als bei anderen?“

Ralf Büttner: „Ich kann nur von mir sprechen. Natürlich beobachte ich meine Mitbewerber, doch versuche ich stets, bei mir zu bleiben. Zum Teil biete ich aber etwas an, das es in dieser Form hier nicht gibt. Im Grunde genieße ich das Privileg, mich vollständig mit meiner Aufgabe zu identifizieren, ohne von irgend jemand dazu aufgefordert zu sein. Was mich dabei leitet, das ist eine Vision: einen Ort zu schaffen, der es Menschen ermöglicht, zu sich selbst und zueinander zu finden und sich auszutauschen, der Lebensfreude bejaht und neue Wege eröffnet. Dies alles findet über das einfache Medium von Pfeil und Bogen statt. Aber es ist viel komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Einheit Schütze – Pfeil & Bogen – Ziel muß mit jedem Schuß neu erzeugt werden. Darum bemühe ich mich nicht nur bei meinem täglichen Training, sondern auch in jedem Moment meiner Arbeit mit anderen oder mit dem Holz.“

THL: „Welche neuen Projekte planst Du für die nächste Zeit. Und was hast Du noch für Ideen im Kopf?“

Ralf Büttner: „Das wichtigste langfristige Ziel ist, einen Platz für diesen besagten Ort zu finden und ihn dann zu gestalten. Das geht Hand in Hand mit meiner täglichen Arbeit, weil letztlich fast alles von Begegnungen abhängt, die stattfinden. Dabei entstehen ständig neue Nebenideen, für die hier der Platz nicht reicht. Auf jeden Fall möchte ich mal über den großen Teich, um ein paar der Bogenbauer dort zu besuchen, denen die Widerbelebung dieses Handwerks maßgeblich zu verdanken ist.“

THL:
„Danke, Ralf. Ich freu mich schon auf unseren gemeinsamen Workshop zum Thema Ziele im nächsten Jahr.“

www.bogenschule-dresden.de

Autor: THL

Thomas H. Lemke berät und coacht in Dresden und Leipzig zu beruflichem Erfolg und persönlicher Entwicklung. Schwerpunkte seiner Arbeit: Coaching für den Berufserfolg, GesprächsCoaching, Männerberatung, UnternehmensAufstellungen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.