LebensWert

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"Juchuh, ich bin ein Junge!" – Fachtag in Dresden

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Gestern beim Fachtag der Fachstelle für Jungen- und Männerarbeit in Dresden: Es ging um die Lage von Jungen im Alter von 12 bis 16.

  • Prof. Dr. Lothar Böhnisch war da und sprach über eine Studie zur Lage von Jungen
  • Rainer Neutzling sprach darüber, daß viele Fachleute meinten, nur Arbeit mit Jungen, sei Arbeit für Jungen und hob den Wert der Arbeit mit den Eltern hervor, denen heute teilweise grundlegende Erziehungsfähigkeiten fehlen. – Dem kann ich mich aus den Erfahrungen aus unserem jipz und der Arbeit mit Männern nur anschließen.
  • In meinem Workshop „Autonomie und Utopie – die Welt erobern und gestalten“ war mir am eindrücklichsten eine Antwort des Teams mit der einzigen Frau im Workshop auf die Frage, was Jungen zum Heranwachsen brauchen: „Mannsbilder – und Frauen, die Frauen sind“ (Darf man so etwas eigentlich sagen, ohne gleich mit Eva Herman in Verbindung gebracht zu werden?)
  • Die Worte einer Lehrerin beim Podiumsgespräch: „Alle Schulen sind eigentlich Schulen für Mädchen“. – Das trifft auf die meisten Schulen sicherlich zu, auf die Laborschule Dresden, mit einem hohen Anteil an Männern im Team und überwiegend Jungen als Schülern allerdings nicht. Dort wird praktisches Tun groß geschrieben. Das tut Jungen und Mädchen gut!
  • Und noch ein Wunsch der Teilnehmer meines Workshops für die Jungen in Zukunft: „Die Jungen dürfen rumlungern und wir Erwachsenen halten es aus.“ – als Antwort auf den Projekte-, Angebote- und „Mach-doch-was“-Streß.

Was mir bei der Veranstaltung wieder einmal deutlich wurde:
Weniger ist mehr! – Die Veranstaltung war super organisiert, eine Menge Input aus verschiedenen Richtungen war dabei – der Austausch kam für mein Empfinden zu kurz.

Da sehe ich Sinn und Funktion solcher Veranstaltungen heute auch anders, als noch vor ein paar Jahren: Um eigenes Verhalten, die eigene Arbeitsweise, zu ändern, bedarf es eines Impulses von außen (Input) und der Umsetzung bzw. Verarbeitung dessen im Inneren. Input gibt es heute an allen Ecken genug, auf verschiedenste Weise. Was gerade vielbeschäftigten Fachleuten fehlt, ist die Weiterverarbeitung des Inputs. Dazu wäre, neben dem In-sich-gehen, der Austausch mit Anderen geeignet. Und der braucht Zeit, unverplante Zeit.

Also: weniger Input, mehr Austausch – was Organisatoren oft schwer fällt, wenn sie denken, sie müßten viel bieten, viel tun, damit die Veranstaltung erfolgreich läuft. – Und manchmal sind sie vieleicht auch unsicher: Input kann ich vorher genau planen. Wie der Austausch vor sich geht, kann ich nicht wissen. Da muß man präsent sein, ein gut gefülltes Methodenköfferchen dabei haben und sich dem stellen, was kommt.

Aber da schweife ich schon ab und komme zum Persönlichen, den persönlichen Glaubenssätzen und der Angst vor Unbekanntem bei Veranstaltern. Da würde es dann eher um persönliche Beratung oder Coaching gehen.

Doch zurück zum Fachtag: Eine gelungene Veranstaltung! – Weiter so, Jungs! (ach natürlich: „…Männer!“)

Autor: THL

Thomas H. Lemke berät und coacht in Dresden und Leipzig zu beruflichem Erfolg und persönlicher Entwicklung. Schwerpunkte seiner Arbeit: Coaching für den Berufserfolg, GesprächsCoaching, Männerberatung, UnternehmensAufstellungen.

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