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Finanzwoche: 4 Prinzipien für die Organisation der Finanzen für Selbständige und Inhaber von Firmen und Praxen

| 1 Kommentar

Diese Woche ist hier im Blog dem Umgang mit Geld, der Organisation der finanziellen Angelegenheiten von Selbständigen oder Inhabern von Firmen und Praxen, gewidmet. Dabei geht es nicht um Geldanlagetipps oder Ähnliches, sondern darum, Strukturen zu schaffen, die den Inhaber unterstützen und damit den geschäftlichen Erfolg – in guten wie in Krisenzeiten.

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Lesen Sie heute, mit welche 4 Prinzipien Sie eine Struktur in Ihre Finanzen bringen, die Ihr emotionales Gleichgewicht unterstützt und Sie damit erfolgreicher macht – in guten wie in Krisenzeiten.

1. Trennung zwischen privat und geschäftlich

Falls es nicht schon der Steuerberater verlangt:
Auch wenn ihr Geschäft klein ist, trennen Sie unbedingt den privaten vom geschäftlichen Bereich.

Besorgen Sie sich für ihr Geschäft ein extra Girokonto. Es soll Selbständige geben, die dafür einfach ein zweites, vielleicht kostenloses, Privat-Giro-Konto bei einer Bank eröffnen.

Dies ist die Voraussetzung für die Trennung von Privatem und Geschäftlichem und damit die Grundlage für emotionale Unabhängigkeit vom geschäftlichen Tagesgeschehen. Sie geben ihrem Inneren damit das Signal, auch finanziell auf zwei Beinen zu stehen. Und das ist immer sicherer, als nur auf einem!

2. Dem Privaten Ruhe bringen

Überweisen Sie regelmäßig per Dauerauftrag einen festen Betrag vom Geschäftskonto auf Ihr Privatkonto. Genauso wie einem Angestellten ein Gehalt. Egal, was passiert. Damit entkoppeln Sie den privaten Bereich von geschäftlichen Turbulenzen und schaffen sich eine gerade für Krisenzeiten wichtige Ruhezone.

Kalkulieren Sie Ihren Gewinn für das kommende Jahr, teilen Sie diesen durch die 12 Monate und überweisen Sie jeden Monat 2 Drittel davon. So sollte die feste Überweisung auch möglich sein, wenn einmal ein Monat im Geschäft nicht so gut läuft. Diese Zahl gilt für eine Laufzeit von 12 Monaten.

Auch wenn dadurch im Privaten weniger zur Verfügung steht, als es sein könnte, wenn geschäftlicher Erfolg sofort auch das private Portemonaie dicker macht: Das Wenige ist sicher. Darauf können Sie sich verlassen. Darauf können Sie Ihren Lebensstil einstellen. Und wenn der geschäftliche Erfolg etwas nachläßt und Streß auftaucht, geht es wenigstens privat wie gewohnt weiter.

Die (schlechte) Alternative: Sobald es geschäftlich läuft, stocken Sie auch ihre Privateinnahmen auf. Wenn es dann in der Firma weniger wird und Sie Ihre Kräfte brauchen, um das Schiff wieder flott zu machen, sind Sie auch privat sofort gefordert, Einschnitte zu realisieren. Sie kämpfen an mehreren Fronten. Kein Wunder, wenn da die Kraft ausgeht!

Ein sicheres Gefühl für den Privatbereich brauchen Sie unbedingt, wenn Sie geschäftlich leistungsfähig sein wollen. Das ist Ihr sicherer Hafen – besonders wichtig in stürmischen Zeiten!

Bauen Sie einen geschäftlichen Reservetank auf

Mit Ihrer geschäftlichen Liquiditätsreserve sollten Sie mindestens 3 Monate lang alle Ausgaben decken können.

Wie schnell Sie diese Reserve aufbauen, hängt sehr von der Art Ihres Geschäftes ab. 10% der monatlichen Einnahmen sind in manchen Branchen keinesfalls zuviel. 10% von dem, was Sie sich monatlich privat überweisen, sollten es mindestens sein. Nutzen Sie dafür ein extra Konto. Das kann durchaus ein Tagesgeldkonto bei einer Bank sein.

Läuft es im Geschäft schlechter und das normale Geschäftskonto reicht nicht aus, ist das Angreifen-Müssen der Reserve der sprichwörtliche Schuß vor den Bug: So geht es nicht weiter. Jetzt muß im Unternehmen gehandelt werden!

Da Sie Ihre Verbindlichkeiten (auch ihre Privatentnahme!) weiter bedienen können, können Sie sich voll auf Ihr Geschäft konzentrieren und haben nicht gleich noch Gläubiger am Hals.

Wenn die Reserve auch emotional als Sicherheitsstufe und Warnlampe wahrgenommen werden soll, sollte sie nicht öfter als einmal im Jahr angezapft werden. Brauchen Sie sie öfter oder dauert es länger als 3 Monate, sie wieder aufzufüllen, müssen Sie Ihre Kalkulation ändern. Neben Veränderungen in der Geschäftstätigkeit heißt das: Sie nehmen zuviel privat heraus.

Schalten Sie dann lieber auch in Ruhe privat einen Gang herunter und schaffen sich wieder die Sicherheit. Wenn es normal wird, einmal schnell in die Reserve zu langen, ist der Effekt für Ihr Sicherheitsgefühl dahin.

Bauen Sie eine private Reserve auf

10% der privaten Einnahmen sollten Sie regelmäßig für Ihre private Reserve verwenden. Legen Sie so lange Geld beiseite, bis Sie mindestens 6 Monate lang Ihre Ausgaben decken könnten, ohne Einnahmen zu haben.

Ein Teil davon sollte bar bereitliegen, etwa in Höhe der Ausgaben von 2 Monaten. Falls einmal gar nichts mehr gehen sollte, gibt es zumindest noch das.

Auch wenn Sie wahrscheinlich nie in die Verlegenheit kommen, darauf angewiesen zu sein: Die Installation dieser zusätzlichen Sicherheit wirkt trotzdem. Zu wissen, da sind noch drei Sicherheitsstufen, statt zwei, stärkt ungemein.

Warum das Ganze?

Stellen Sie sich vor, Sie werden nachts von lautem beängstigendem Schreien und Herumgrölen geweckt. Würden Sie dann gern in einem Zelt liegen, oder doch lieber im 2. Stock eines festen Hauses mit sicheren Fenstern und Türen?

Je mehr uns eine (auch vermeintlich) gefährliche Situation auf den Leib rückt, umso beunruhigter sind wir. Je beunruhigter wir sind, umso mehr geht uns unser Sicherheitsgefühl verloren. Große Unsicherheit führt zur Panik. In der Panik reagieren wir aus unseren unteren Gehirnregionen heraus (Stichwort „Reptiliengehirn“), dass mit Sicherheit keine im Geschäftsleben tauglichen Reaktionen hervorruft.

Wollen wir einen kühlen Kopf bewahren und situationsangemessen reagieren, müssen wir unser Sicherheitsbedürfnis befriedigt haben. Das schaffen wir, in dem wir Distanz zu Gefahrenquellen aufbauen.

Jeder Seefahrer braucht ab und an einen sicheren Hafen, in dem er sich erholen und auf die nächste Seefahrt vorbereiten kann. Besonders in Unwetter-Zeiten. Bei schönem Wetter vergißt man das schnell. Ist das Unwetter jedoch erst einmal aufgezogen, ist es für den Bau des Hafens zu spät.

Bauen Sie jetzt Ihren sicheren Finanz-Hafen! Schaffen Sie für Ihre privaten Finanzen Distanz zur manchmal stürmischen See des Geschäftslebens und Sie werden Ihre Kräfte frei haben, um Ihr Geschäft voranzubringen.

Lesen Sie morgen mehr dazu.

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Autor: THL

Thomas H. Lemke berät und coacht in Dresden und Leipzig zu beruflichem Erfolg und persönlicher Entwicklung. Schwerpunkte seiner Arbeit: Coaching für den Berufserfolg, GesprächsCoaching, Männerberatung, UnternehmensAufstellungen.

Ein Kommentar

  1. Sehr guter Artikel! Wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß, sollte man diese Tipps unbedingt berücksichtigen, zumal heutzutage ein zusätzliches Konto für geschäftliche Transaktionen nicht mehr immense Mehrkosten bedeuten muss. Meine Empfehlung für das Geschäftskonto ist das kostenlose giroRoyal-Konto der netbank und das zumindest bei einer relativ niedrigen Anzahl an Transaktionen günstige Geschäftskonto der Skatbank. Die genauen Konditionen kann man auf den jeweiligen Webseiten der Banken finden.

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