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beruflich erfolgreich und persönlich im Gleichgewicht

Wachstumsschwellen bewältigen

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Persönliches und berufliches Wachstum verläuft nicht einfach linear. Immer wieder auch kommt man an Schwellen die es zu überwinden gilt: Wachstumsschwellen.

Eine Zeit lang kommt man mit kleinen täglichen Veränderungen und Lernschritten voran. Dies fällt vielen Menschen relativ leicht. Steht jedoch der Schritt über die nächste Wachstumsschwelle an, tun sich viele schwer. Die Schwelle kann zum Hindernis werden, an dem man sich lange aufhält oder vor dem man vielleicht sogar zurückschreckt.
In diesem Beitrag geht es darum, wie man Wachstumsschwellen erkennt und bewältigt.

Was können Wachstumsschwellen sein?

  • der Schritt aus der Lernzeit in die Berufstätigkeit
  • der Einzug in eine gemeinsame Wohnung mit der Partnerin oder dem Partner
  • Vater oder Mutter werden
  • vom Mitarbeiter zum Teamleiter aufsteigen und alle weiteren Aufstiege innerhalb der Hierarchie
  • der Schritt in die berufliche Selbstständigkeit
  • die Gründung eines eigenen Unternehmens und dort dann die notwendigen Umstrukturierungen, die mit der Steigerung der Anzahl der Mitarbeiter einhergehen

Wachstumsschwellen markieren qualitative Veränderungen

Geht es zwischen den Schwellen in der Regel um quantitatives Wachstum, wird mit dem überschreiten der Schwelle eine neue Qualität erreicht.

Nach der Schwelle macht man also nicht einfach mehr Desselben, sondern es geschieht etwas Anderes. Man muss anders handeln, sich persönlich verändern und zum Teil völlig neue Dinge tun.

Insofern fordern Wachstumsschwellen immer auch zur persönlichen Weiterentwicklung auf.

Nicht nur der Umgang mit Wachstumsschwellen ist von Mensch zu Mensch verschieden. Es kann sogar sein, dass ein bestimmtes äußeres Ereignis für den Einen nur eine quantitative Weiterentwicklung ist und für den Anderen eine massive Wachstumsschwelle.

Woran erkenne ich, dass ich an einer Wachstumsschwelle angelangt bin?

Wachstumsschwellen fordern Veränderungsprozesse heraus und gehen insofern mit emotionaler Erregung einher. Je nach Persönlichkeit kann das verschieden aussehen.

Mancher wird euphorisch („Oh, Klasse – ich soll befördert werden!“, „Ich mach mich selbstständig, da wird alles ganz anders und viel besser!“).
Andere verfallen in Zweifel („Will ich das überhaupt?“, „Kann ich das denn wirklich?“).
Die Dritten bekommen einfach „Bauchschmerzen“ und fangen an, sich irgendwie „zu drücken“.

Wer es selbst nicht spürt, bekommt oft „Unterstützung“ von außen:
„Klasse, dass du das machst!“
„Hast du dir das gut überlegt?“
„Ich bin mir sicher du schaffst das!“

Wer solche Äußerungen vermehrt hört, ist meist an einer Wachstumsschwelle angekommen und sein Umfeld nimmt Anteil.

Beispiel:
Ein Unternehmer kommt zum Coaching, weil er Schwierigkeiten mit seinen Mitarbeitern hat. Er beschäftigt 16 Mitarbeiter, die beklagen, dass er sich nicht genug um sie kümmert. Und er selbst hat das Gefühl nicht mehr hinterher zu kommen und nicht mehr genug zu wissen, was in seinem Unternehmen alles passiert.

Im Coaching kommen wir genau darauf zu sprechen: seine Angst, dass etwas passiert, von dem er nichts weiß. Im Gespräch stellt sich dann heraus, dass er den Schritt über eine Wachstumsschwelle schon seit mehreren Jahren aufschiebt. Schon lange überlegt er, die Mitarbeiter in Teams zu organisieren. Aber immer wieder melden sich Zweifel: Ist das wirklich richtig?“, „Und was ist, wenn es schief geht?“. Dem organisatorisch Richtigen steht seine Angst entgegen, dann nicht mehr genau zu wissen, was jeder einzelne Mitarbeiter tut.

Während des Coachingprozesses trifft er sich dann mit anderen Unternehmern, die diesen Schritt bereits gegangen sind. Er setzt sich mit seiner Angst auseinander und beginnt letztlich, sein Unternehmen neu zu strukturieren.

Wie kann ich Wachstumsschwellen gut bewältigen?

wachstumsschwellen

  1. anerkennen, dass ich an einer Wachstumsschwelle angelangt bin
  2. meine emotionalen Reaktionen erkennen und akzeptieren
  3. bewusst mit dem beschäftigen, was mich hinter der Schwelle erwarten wird und mir meine Gestaltungsmöglichkeiten bewusst machen
  4. entscheiden ob ich über diese Schwelle treten möchte oder nicht
  5. wenn ich die Schwelle überwinden möchte, Abschied nehmen von dem, was ich hinter mir lassen werde
  6. bewusst den Schritt gehen

Beispiel:
Diesen Artikel schreibe ich Ihnen direkt von einer Wachstumsschwelle.
Nachdem ich über zehn Jahre als Solo-Selbstständiger gearbeitet habe, bin ich ab dem heutigen Tag Arbeitgeber, mit allen Vorteilen und Verantwortlichkeiten die damit zusammenhängen. Und ich kann Ihnen sagen, dass vor allem Punkt 2 mich Zeit gekostet hat – was mit früheren persönlichen Erfahrungen und familiären Prägungen zu tun hat. – Vor allem der Austausch mit anderen Menschen half mir, den notwendigen Schritt zu gehen – dazu unten mehr.

Ist es wirklich so einfach?

Oftmals nicht. Wachstumsschwellen fordern uns auch persönlich heraus und können persönliche und familiäre Prägungen aktivieren.

Beispiel:
Für viele, die den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit gehen, steht es zum Beispiel an, sich mit den Themen Eigenverantwortung und Selbstverantwortlichkeit generell auseinanderzusetzen.
Da geht es nicht nur darum, einen Businessplan zu erstellen, ein Gewerbe anzumelden und Kunden zu gewinnen. Da werden auch Themen aus der Vergangenheit, auch aus der Kindheit, aktiviert, die sich dann hindernd äußern als Ängstlichkeit, Zweifel oder blinde Euphorie.
Von meinen Klienten, die in dieser Situation sind, wird dies im Coaching regelmäßig thematisiert.

Was kann mir an meinen Wachstumsschwellen helfen?

Tauschen Sie sich mit Menschen aus, die diese Schwelle bereits überschritten haben. Das reduziert ihre Angst, vielleicht auch ihrer Euphorie, und Sie können sich so besser vorbereiten.

Holen Sie sich in dieser Zeit Unterstützung von Freunden und professionellen Begleitern. Der Blick von Außenstehenden hilft Ihnen, sich deutlicher wahrzunehmen.

Beispiel:
Bei der Arbeit mit werdenden Vätern konnte ich oft beobachten, wie gut Ihnen der Austausch mit Männern tut, die schon einige Jahre vor ihnen Vater geworden sind.

Wachstumsschwellen überwinden braucht Energie

Egal ob Sie beruflich in der Hierarchie aufsteigen, ihre Partnerschaft erstmals in einer gemeinsamen Wohnung zusammen führen, ein Unternehmen gründen oder nach Lehre oder Studium in den Beruf einsteigen: Gehen Sie diesen Schritt bewusst. Beschäftigen Sie sich mit dem, was auf sie zukommt (nicht nur sachlich sondern – auch emotional) und nehmen Sie Abschied von dem, was Sie hinter sich lassen (viele Heiratende feiern genau deswegen den Junggesellenabschied).

Und vor allem: Falls der Schritt für Sie nicht leicht ist, gestehen Sie sich dies zu!
Der Schritt über eine Schwelle braucht nun einmal mehr Kraft, als ein Schritt auf ebener Fläche.

Ich wünsche Ihnen alles Gute dabei!

Ihr Thomas H. Lemke

PS: Und wenn Sie Unterstützung brauchen, melden Sie sich hier

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Autor: THL

Thomas H. Lemke berät und coacht in Dresden und Leipzig zu beruflichem Erfolg und persönlicher Entwicklung. Schwerpunkte seiner Arbeit: Coaching für den Berufserfolg, GesprächsCoaching, Männerberatung, UnternehmensAufstellungen.

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