LebensWert

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Werfen Sie Ballast ab! – Bringen Sie es zum Ende.

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Sie wundern sich, warum sie so geschafft sind, obwohl sie doch eigentlich im Augenblick gar nicht so viel tun?
Sie fühlen sich sehr belastet?
Sie haben den Eindruck, alles ist zu viel ist oder zumindest mehr, als sie gerade schaffen können?

Dies könnte daran liegen, dass Sie viele lose Enden mit sich herum tragen, dass viele unvollendete Handlungen Ihre Energie beanspruchen.

Unvollendete Handlungen oder Vorgänge, also Sachen die wir einmal begonnen, aber nicht zu einem Ende geführt haben, belasten uns. Sie rauben Energie und beanspruchen unsere Aufmerksamkeit, auch wenn wir gerade nicht daran arbeiten.

Als Vergleich: Ihr Computer (oder Ihr Handy)

Wenn Sie ein Programm geöffnet haben, beispielsweise ihr Schreibprogramm, reicht die Kapazität des Computers dafür aus und er funktioniert schnell und flüssig.

Haben Sie im Hintergrund jedoch noch mehrere Programme geöffnet, zum Beispiel ihr E-Mail-Programm, den Internet Browser und das Bildbearbeitungsprogramm, dann verbrauchen diese Programme Ressourcen, die dem Computer dann nicht mehr für die Arbeit mit dem Schreibprogramm zur Verfügung stehen.

Die aktuelle Arbeit mit dem Schreibprogramm wird langsamer, nur weil Sie die nicht benötigten Programme nicht geschlossen haben.

Natürlich, moderne Computer sollten genug Ressourcen haben, damit wir diesen Effekt nicht bemerken. Jedoch auch das leistungsfähigste Gerät kommt irgendwann an seine Grenzen.

Was heißt das für Sie?

Wie leistungsfähig Sie im Augenblick sind und wie gut Sie mit aktuellen Aufgaben umgehen können, hängt nicht nur von ihrer eigentlichen Leistungsfähigkeit und der aktuell zu erledigenden Aufgabe ab, sondern auch davon, wie viele noch unerledigte, irgendwann einmal begonnenen, Aufgaben Sie im Augenblick (unterschwellig) beschäftigen.

Ein Beispiel:

Sie gehen morgens aus dem Haus und im letzten Augenblick, beim hinausgehen, fällt Ihnen noch ein Blumentopf auf den Boden.
Sie haben jetzt keine Zeit mehr dies alles ordentlich aufzuräumen, stellen nur kurz sicher, dass die Pflanze bis zum Abend nicht verdurstet und die feuchte Erde keine Flecken auf dem Fußboden hinterlässt. Dann verlassen Sie das Haus. Unterwegs fällt Ihnen ein, dass Sie eigentlich einen Brief mitnehmen und in den Briefkasten stecken wollten, den Sie nun in der Eile zu Hause vergessen haben.

Vielleicht bemerken Sie jetzt tagsüber bei der Arbeit, dassSsie kurz wieder mit ihren Gedanken bei Blumentopf und Brief sind: „Ach ja, den Blumentopf wollte ich ja… Und den Brief muss ich morgen auch wegbringen.“ – Vielleicht bemerken Sie diese Gedanken allerdings auch gar nicht und diese beiden Prozesse laufen einfach unterschwellig tagsüber mit.

Ja, wahrscheinlich kommen Sie an diesem Tag mit ihrer Arbeit trotzdem ganz gut zurecht und fühlen sich kaum beeinträchtigt.
Jetzt stellen Sie sich jedoch vor, sie haben nicht nur 2 solcher angefangenen Prozesse laufen sondern noch viel mehr. Dann macht sich dies ganz konkret in ihrer Leistungsfähigkeit bemerkbar.

Ihre Ressourcen, Ihre Aufmerksamkeit, werden zum Teil für die unerledigten Dinge verbraucht und stehen für die aktuellen Aufgaben nicht zur Verfügung.

Sie sind damit nicht allein!

Wir alle haben meist viele offene Prozesse.
Was könnte das zum Beispiel sein?

  • Sie sind gerade auf der Suche nach der richtigen Schule für ihr Kind, gehen zu Elternabenden, unterhalten sich mit anderen Eltern und die Entscheidung ist noch nicht gefallen.
  • Ihr Auto zeigt ein eigenartiges Verhalten und Sie sind sich unsicher, ob sie deswegen einmal in eine Werkstatt fahren sollen oder ob es nicht so wichtig ist.
  • Sie hatten sich einmal für eine neue Sportart interessiert, haben Zeitungen und Videos dazu gesammelt und auch schon das erste Sportgerät geholt, es aber dann nicht weiter betrieben. Weil Gerät und Infomaterial aber zu teuer waren, war es ihnen bisher zu wertvoll, dies zu entsorgen und es liegt noch in ihrer Wohnung herum. Und sie denken: „Vielleicht fange ich ja doch noch damit an.“
  • Sie hatten einmal überlegt, ihre Leuchtmittel im Haus gegen Energiesparlampen oder LEDs einzutauschen, hatten dazu schon recherchiert, aber es bisher zu keinem Ende gebracht.
  • Sie haben noch ein schönes Möbelstück dastehen, was zu schade zum wegwerfen ist, bisher wollte es aber keiner haben.
  • Jedes Mal wenn sie den Kühlschrank öffnen, fällt Ihnen ein, ob Sie nicht ihre Ernährung umstellen sollten.

All dies sind angefangene Prozesse oder auch „lose Enden“ – also begonnene, aber nicht zu einem Ende gebrachte Handlungen.
All dies beschäftigt sie und verbraucht unterschwellig Ressourcen, die für ihre aktuellen Aufgaben nicht zur Verfügung stehen.

Was können Sie tun?

  1. Machen Sie sich Ihre losen Enden bewusst.
  2. Bringen Sie diese Prozesse zu einem Ende.

Wie geht das?

Nehmen Sie sich ein Blatt Papier, schreiben Sie als Überschrift „Ich sollte, wollte, müsste…“ und schreiben Sie alles auf was ihnen dazu im Kopf herumgeistert.

Nehmen Sie sich dann Punkt für Punkt vor und entscheiden Sie, was damit passiert.
Nutzen Sie dafür 3 Kategorien
A ich bleibe dran und das ist der nächste Schritt
B diesen Prozess beende ich und das muss ich dafür noch tun
C Ich treffen die Entscheidung, hier in nächster Zeit nichts zu tun (gegebenenfalls mit einem späteren Termin, wo ich noch einmal auf dieser Entscheidung schaue, sie bestätige oder mich dann umentscheide.

Und dann arbeiten Sie die Liste Schritt für Schritt ab.

Wie könnte die Liste bei den oben genannten Beispielen aussehen?

  • Schule: A Ich trage die bisherigen Ergebnisse in eine Übersicht ein und mache mir einen Plan, wie ich weiter vorgehe.
  • Auto: A Ich fahre in die Werkstatt und lasse es abklären.
    Oder: C Ich fahre weiter, bis ich ein deutlicheres Zeichen bemerke.
  • Sportart: B Da ich die Sportart nicht so richtig ergriffen habe, entscheide ich mich jetzt, es zu lassen, entsorge was zu entsorgen ist und das Sportgerät stelle ich bei eBay ein.
  • Leuchtmittel: C Da ich es bisher nicht in Angriff genommen habe, ist es mir im Augenblick scheinbar nicht so wichtig. Das nehme ich ernst. Das heißt: ich behalte die alten Leuchtmittel. Und ich schreibe mir als Termin in meinem Kalender ein, in einem Jahr erneut kurz darüber nachzudenken.
  • Möbelstück: B ich versuche jetzt aktiv es zu verkaufen, wenn mir das bis zum …[Datum] Nicht gelungen ist, entsorge ich es bis zum …[Datum].
  • Ernährung: A Ich fange mich jetzt an mit Ernährungsumstellung zu beschäftigen und gehe konkret bis zum …[Datum] den ersten konkreten Schritt (Brotsorte ändern etc).
    Oder: C Ich esse das nächste halbe Jahr wie gewohnt weiter und höre auf mir ein schlechtes Gewissen zu machen. Und ich trage mir einen Termin in den Kalender ein und entscheide dann erneut, ob ich genug Energie habe, meine Ernährung umzustellen oder bei dem bleibe, wie es ist.

    Was bringt Ihnen das?

    Sie werden eine deutliche Erleichterung bemerken! Das Leben wirkt aufgeräumter und sie sind mehr im Selbstbestimmungsmodus.

    Machen Sie diesen Prozess nicht nur einmal, sondern regelmäßig!
    D.h. einmal pro Woche bzw. mindestens einmal im Monat.

    Hier geht es nicht darum, dass sie mehr tun als früher, nein, die Erleichterung kommt in der Regel durch die Entscheidung!

    Offene Entscheidungen verbrauchen Energie und bringen Unklarheit.
    Jede getroffene Entscheidung, egal ob die zum weitermachen oder zum aufgeben bzw. abbrechen des Projekts, macht Energie frei.
    ballastabwerfen

    Alle offenen Prozesse zu Ende bringen – geht das?

    Nein! – Es ist normal, dass wir immer auch offene Prozesse laufen haben. Mit guten Organisationsmethoden wie z.B. GTD kann man die ressourcenfordernde Wirkung vermindern.
    Jedoch: Ohne „lose Enden“ zu leben ist eine Illusion.

    Was Sie tun können ist, regelmäßig die Anzahl dieser Prozesse zu reduzieren, soweit es geht.
    Sie können immer wieder ausmisten und damit soviel Ballast wie möglich abwerfen, damit Sie leichter vorankommen.

    Wieviel das jeweils im Augenblick ist, hängt von Ihrer Lebenssituation und Ihren Entscheidungen ab.

    Ohne Gepäck laufen wird nicht gehen. Aber wenn Sie so wenig wie möglich mitnehmen, haben Sie es leichter!

    Werfen Sie Ballast ab!

Autor: THL

Thomas H. Lemke berät und coacht in Dresden und Leipzig zu beruflichem Erfolg und persönlicher Entwicklung. Schwerpunkte seiner Arbeit: Coaching für den Berufserfolg, GesprächsCoaching, Männerberatung, UnternehmensAufstellungen.

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